Luftfeuchtigkeit im Badezimmer

Die optimale Luftfeuchtigkeit ist in den einzelnen Räumen einer Wohnung unterschiedlich. Gemeinhin gilt allerdings, dass die ideale Feuchtigkeit in den meisten Wohnräumen zwischen 40 % und 60 % relativer Feuchtigkeit liegt. Es liegt jedoch in der Natur der Sache, dass sie in feuchten Räumen – beispielsweise in Badezimmer und Küche – im Durchschnitt ein wenig höher liegt. Im Bad ist folglich eine relative Feuchtigkeit zwischen 50 % und 65 % normal, wobei der obere Grenzwert kein Dauerzustand sein sollte, um Schimmel im Bad vorzubeugen. Die gelingt durch richtiges Lüften, wobei die relative Feuchte mittels Hygrometer schnell gemessen werden kann.

» Allgemeines zur Luftfeuchtigkeit

Als Luftfeuchtigkeit wird der Wasserdampfgehalt der Luft bezeichnet. Es geht also darum, wie viele Einheiten Wasserdampf in einer Einheit Luft vorhanden sind. Die Luft, die uns umgibt, ist nämlich in der Lage, Wasser aufzunehmen. Dabei gilt, dass warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann als kalte.

Beispielsweise kann Luft, die eine Temperatur von 5°C hat, um die 7 Gramm Wasser je Kubikmeter aufnehmen (7 g/m³), wohingegen Luft, die 30°C warm ist, rund 30 Gramm Wasser je Kubikmeter aufnehmen kann (30 g/m³). Das bedeutet, dass in warme Luft mehr Wasserdampf „passt“.


Sättigungsmenge bei kalter und warmer Luft.

Die absolute Luftfeuchtigkeit ist also die absolute Menge. Wären in einem Kubikmeter Luft, dessen Temperatur 5°C misst, genau 7 Gramm Wasser, würde man von einer absoluten Luftfeuchtigkeit von 7 g/m³ sprechen. Bei dieser Temperatur wäre dies auch das Maximum, das von der Luft aufgenommen werden kann. Steigt jedoch die Temperatur, steigt auch das Maximum.

Die relative Luftfeuchtigkeit meint nun den prozentualen Anteil an dieser maximalen Menge. Hätte die Luft, die eine Temperatur von 5°C hat, also 7 Gramm Wasserdampf aufgenommen, würde diese eine relative Luftfeuchtigkeit von 100% bedeuten. Die Luft wäre in diesem Fall gänzlich gesättigt. Würde die Luft allerdings eine Temperatur von 30°C haben, könnte sie rund 30 Gramm Wasser aufnehmen. Wären in dieser 30°C-Luft nun auch 7 Gramm Wasser enthalten, würde die relative Luftfeuchtigkeit gerade einmal ~22% betragen.

Zusammenfassung: Die absolute Luftfeuchtigkeit meint die Masse an Wasser(dampf), die in der Luft enthalten ist. Da die Luft aber, wenn sie wärmer wird, mehr Wasser aufnehmen kann, spricht man von der relativen Luftfeuchtigkeit, also dem prozentualen Anteil vom Maximum. Hat die Luft etwa eine Temperatur von 5°C und sind 7 Gramm Wasser auf einem Kubikmeter enthalten, wäre die absolute Luftfeuchtigkeit 7 g/m³ und die relative Feuchte 100%. Wäre die Luft nun aber 30°C warm und würde die Menge des Wassers identisch bleiben, wäre die absolute Luftfeuchtigkeit immer noch 7 g/m³, wobei die relative Feuchte „nur“ ~22% betragen würde, da ein Maximum von 30 g/m³ möglich ist. Liegt die relative Feuchtigkeit bei kalter Luft also bei 100 %, ist tatsächlich weniger absolute Feuchtigkeit enthalten, als bei heißer Luft mit 25% relative Feuchtigkeit.

» Luftfeuchtigkeit und Badezimmer

Obiges Wissen hilft uns, die besonderen Gegebenheiten im Badezimmer berwerten zu können. Vor allem in diesem Raum steigen nämlich teils schlagartig Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um dann wieder sehr plötzlich fallen. Deshalb ist Schimmel im Bad ein häufiges Problem.

Im Badezimmer ist die relative Luftfeuchtigkeit natürlich im Durchschnitt ein wenig höher als in anderen Räumen. Das ist eine logische Folge, da man sich in diesem Raum wäscht und teils großzügig mit Wasser hantiert. So gilt für die meisten Wohnräume, dass das Optimum zwischen 40 % und 60 % relativer Feuchte liegt und diese Grenzwerte im Sinne der Gesundheit sowie der Schimmelvorbeugung nicht über- und unterschritten werden sollten.

Im Bad kann es aber durchaus vorkommen, dass die relative Luftfeuchtigkeit nach dem Duschen oder Baden über 70 % klettert. Dies ist allerdings dann nicht problematisch, wenn der Wert nicht konstant so hoch ist und im Tagesmittel eher bei einer optimalen relativen Feuchte von 50 % liegt (+/- 10 %).

Das Problem im Badezimmer ist nämlich, dass die Temperatur beim heißen Duschen steigt und die Heizung oftmals höher eingestellt wird, um beim Verlassen der Wanne oder Duschkabine nicht zu frieren. Außerdem liegt es in der Natur der Sache, dass die Feuchtigkeit im Bad um ein Vielfaches höher ist: immerhin wird hier mit reichlich Wasser „hantiert“.

Das bedeutet – erinnern wir uns an die obigen Ausführungen – dass die warme Luft in der Lage ist, mehr Wasser aufzunehmen. Bei einer heißen Dusche ist die Umgebungsluft natürlich aufgewärmt und nimmt viel Duschwasser auf. Wabert die heiße Luft nun durchs Badezimmer, kühlt sie sich natürlich an kälteren Oberflächen wie Wänden oder Spiegeln und vor allem Außenwänden ab.

Sinkt die Temperatur, sinkt allerdings auch die Möglichkeit der Luft, Wasser aufzunehmen. Die gesättigte Duschluft, die aufgrund der hohen Temperatur viel Wasserdampf mit sich trägt, trifft nun auf eine kalte Wand und kühlt ab. Schlagartig sinkt ihre Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und sie gibt es spontan an die Umgebung ab. Das überschüssige Wasser schlägt sich in der Folge an den kühleren Oberflächen nieder (Deshalb beschlagen übrigens Spiegel).

Dieser Effekt verstärkt sich natürlich, wenn die Raumluft noch zusätzlich abkühlt, weil das heiße Duschen beendet wird. Die Folge sind nasse Oberflächen im Bad. Um die Luftfeuchtigkeit wieder zu senken, muss diese wieder aus dem Bad heraus gelenkt werden. Dies gelingt vor allem durch gezieltes Lüften, was gerade in der kalten Jahreszeit eine effektive Möglichkeit darstellt.

» Tipps für die ideale Feuchtigkeit im Bad

Um eine optimale Luftfeuchtigkeit im Badezimmer zu erreichen und diesen Zustand auch schnellstens nach der Benutzung des Badezimmers wiederherzustellen, können wir selbst aktiv werden. Nachfolgend einige Tipps sowie konkrete Hinweise zur Schimmelbildung.

  • Das Badezimmer hat nach der Benutzung oft eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das liegt in der Natur der Sache, weshalb die relative Feuchte auch mal über 70 % steigen darf. Allerdings darf sie nicht konstant oder über einen längeren Zeitraum so hoch sein, da sich ansonsten in jedem Fall Schimmel bildet. Ein idealer Wert liegt deutlich darunter (40 % – 60 %).
  • Deshalb ist es wichtig, nach dem Duschen und Baden ausgiebig zu lüften. In der Regel reichen hierbei 5 bis 10 Minuten vollends aus. Der Effekt ist im Winter übrigens größer, da die hereinströmende Kaltluft nur wenig absolute Feuchte mit sich führt und beim Erwärmen im Badezimmer schlagartig viel, viel mehr Wasserdampf aufnehmen kann (Denn warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, wie oben ausführlich beschrieben wurde).
  • Die Luftfeuchtigkeit sollte übrigens vor allem über das Fenster reguliert werden und nicht über die Badtür. So könnte sich die Feuchtigkeit in der gesamten Wohnung verbreiten und hier für Schimmel sorgen. Nur wenn in der Wohnung mit sehr trockener Luft zu kämpfen ist, kann die Feuchtigkeit nach dem Duschen genutzt werden, um die Wohnräume gezielt zu befeuchten.
  • Die hohe Feuchtigkeit im Badezimmer ist übrigens nicht schädlich für die Gesundheit, da der Raum eh nur wenige Zeit am Tag genutzt wird. Allerdings kann eine zu hohe Feuchte die Bildung von Schimmel begünstigen. Dieser kann die Bausubstanz angreifen, wobei seine Sporen und die chemischen Mittel, die zum Entfernen notwendig sind, Atemwegsbeschwerden auslösen können.

»  Im Bad richtig lüften

  • Grundsätzlich gilt, dass Wohnräume idealerweise zweimal bis dreimal täglich gelüftet werden. Diese Angabe hängt allerdings stark von der vorherrschenden relativen Luftfeuchtigkeit ab. Ist der Wert trotz zweimaligem Lüften zu hoch, muss häufiger gelüftet werden. Das gilt natürlich auch für das Badezimmer.
  • Dabei gilt, dass Stoßlüften die beste Lösung ist. Mehrmals täglich die Fenster für 5 bis 10 Minuten sperrangelweit öffnen. wodurch Feuchtigkeit und Schadstoffe abgeführt werden. Noch effektiver wird die Stoßlüftung, wenn Fenster geöffnet werden, die sich gegenüberliegen. So entsteht Durchzug.
  • Vor allem Arbeitnehmer tun sich schwer darin, jeden Tag mehrmals zu lüften. Idealerweise wird also kurz nach dem Aufstehen sowie vor dem Zubettgehen gelüftet. Dieser Zeitpunkt ist auch deshalb ideal, weil die Außenluft abgekühlt ist und so mehr Luftfeuchtigkeit aus der Wohnung gelangt.
  • Unter keinen Umständen sollte im Bad Wäsche getrocknet werden. Dies würde die relative Luftfeuchtigkeit nur weiter in die Höhe treiben. Der ideale Platz dafür ist ein Trockenraum der Keller oder eine Leine unter freiem Himmel. Wenn es nicht anders geht, sollte dennoch nicht das Bad dafür herhalten.
  • Sehr große Dampfmengen, wie sie beim Duschen oder Baden entstehen, sollten unmittelbar nach dem Waschen abgeführt werden. Es ist meist ausreichend, das Badezimmer für 5 Minuten nach dem Waschen zu lüften. Wenn dies regelmäßig und ohne Ausnahme geschieht, wird bereits die meiste Feuchtigkeit abgeführt.
  • Zimmerpflanzen eignen sich gut, um die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen zu erhöhen und so das Raumklima in der Regel verbessern. Ein großes Manko ist allerdings, dass Pflanzen auch Feuchtigkeit in die Luft abgeben. Vor allem im Bad – wenn hohe Feuchtigkeit ein Problem darstellt – sollten keine Pflanzen aufgestellt werden. Dies gilt jedoch vornehmlich bei kritischen Werten. Normalerweise reicht regelmäßiges Stoßlüften aus.